Also Akku raus, die 5 Kabel für den Cell Logger angeschraubt und ordentlich verlegt, und wieder rein damit. Der Logger funktioniert einwandfrei und zeigt die Zellspannungen an, sogar balancieren kann er die Zellen, da schau her. Er wird allerdings nur bei Bedarf an den Akku gesteckt.
Nachdem der Akku wieder drin war, habe ich die 12-V-Versorgungs-Modifikation für den Kühlschrank eingebaut. Dazu habe ich einen 20-A-Sicherungsautomaten gekauft, der in eine Leitung vom 12-V-Verteiler zur KS-Versorgungsleitung eingebaut wurde. So kann der Kühli auch im Stand (wenn der Motor nicht läuft) mit Strom aus der Versorgungsbatterie versorgt werden, z. B. zur Überbrückung einer Fähr-Überfahrt oder für einen Entladungstest.
Der stand jetzt auch an. Die Batterie war an Landstrom voll geladen, noch schnell die Sicherung aus dem Solarregler genommen, dann konnte es losgehen. Kühli manuell auf 12 V, Sicherungsautomat eingeschaltet, und siehe da, es flossen 8-9 Ampere Strom zum Kühlschrank. Eigentlich hatte ich mehr in Erinnerung, aber auch mit Zündung an und durch die alte KS-Leitung waren es nur 9 Amps, also lag es nicht am Umbau.
Ich nahm noch einiges an Beleuchtung dazu, dann waren es 14 A, und nach einiger Zeit 'regelte' ich das so auf 10-11 A ein und notierte alle paar Stunden die Daten. Über Nacht wurde nur mit dem Kühli entladen, damit der Akku nicht mitten in der Nacht leer wurde.
Am nächsten Morgen ging es aber noch munter weiter, und gegen 11:00 liess ich es dann genug sein... der Batteriecomputer (auf 200 Ah eingestellt) war schon fast 4 Stunden auf Null, die Spannung lag immer noch bei 12,2 Volt und der Strom floss weiter. Nach dem Abschalten des Kühlis stieg die Gesamtspannung direkt wieder auf 12,55 Volt an, die Zellen hatten eine Spannungsdifferenz von max. 13 mV:
Die Gesamtkapazitätsanzeige kann man sich allerdings schenken, wenn der Logger nicht immer dran ist, schätze ich mal...
Es ergab sich folgendes Entladediagramm (Zeit auf der X-Achse, entnommene Kapazität auf Y):
Die blaue Kurve ist die Anzeige des BC, die Orange ist die errechnete Entnahme über Zeit und geflossenen Strom. Beide Kurven decken sich ziemlich gut, solange der BC noch über 0 Ah Restkapazität war, weswegen ich davon ausgehe, dass die Berechnung OK ist. Die Kurve des BC knickt irgendwann ab, weil er nicht in den negativen SOC-Bereich geht.
Erreicht wurde eine Entnahme von 234 Ah, was natürlich eine beachtliche Reserve darstellt. Und der Akku war ja noch lange nicht am Ende, wenn man sich die Zellspannungen anschaut... Dürfte bei höherem Entnahmestrom weniger Reserve sein, aber das kommt bei uns ja eigentlich nicht vor, da wir bisher noch keinen dicken Wechselrichter an Bord haben.
Der Cell Logger zeigte übrigens sowohl vor als auch nach dem Entladen gut abgeglichene Zellen mit max. 15 mV Spannungsdifferenz.
Weitere Beobachtungen:
- Beim Starten des Motors mit entladenem Akku flossen max. 25 A in die Aufbaubatterie, dies ging nach einigen Minuten auf 18 A zurück. Das schafft das Trennrelais locker, also muss zumindest zum Schutz der Elektrik kein Booster rein.
- Beim Anschluss von Landstrom wurde mit 50 A geladen, was dem Maximalstrom unseres Zusatzladegerätes entspricht. Offensichtlich lädt das Calira nicht mit ... da hat wohl das interne Ladegerät das Zeitliche gesegnet... ist aber verschmerzbar, da wir ja das Fraron-LG drin haben. Wobei ich nochmal die Sense-Leitung des Bordladegerätes überprüfen könnte, vielleicht ist da die Sicherung durch oder irgendwas lose.
Die Umrüstung auf den gelben Strom war also erfolgreich, der Akku hat hohe Kapazitätsreserven (ich werden den BC auf 200 Ah lassen, sollten wir im Normalfall nie komplett brauchen) und Laden und Entladen funktionieren wie beabsichtigt. Jetzt ist an der Front hoffentlich ein paar Jahre Ruhe, wenn nicht der Spieltrieb zuschlägt...
bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025