Also fuhren wir bei nieseligem, miesem Wetter los an den Niederrhein, um uns den sehr bekannten Weihnachtsmarkt am Schloss Moyland mit den Kindern anzusehen. Die Fahrt am Samstag morgen verlief angenehm und ereignisfrei, aber der Samstag sollte schon noch zeigen, was in ihm steckte…
Wir kamen auf dem Parkplatz bzw. auf der Zufahrt an und wurden direkt auf den Behindertenparkplatz direkt am Eingang gelotst, wo schon zwei weitere Womos am Rand des Parkplatzes standen. Die Frage an die Feuerwehrleute, die den Verkehr regelten, ob man da auch übernachten könnte, wurde mit ‚Warum nicht?‘ beantwortet, so dass das auch geregelt war.
Lustigerweise war eines von den beiden anderen Mobilen auch ein Bimobil, allerdings deutlich neueren Baujahrs als unseres, und so standen wir dort einträchtig in einer Reihe:
Ich ging schon mal zur Kasse und kaufte die Eintrittskarten, und dann war erstmal Mittagessen angesagt. Mitten beim Essen klingelte mein Handy mit einer unbekannten Rufnummer aus Gelsenkirchen… dran war eine Freundin meiner Mutter, die mir mitteilte, dass diese im Krankenhaus läge und es nicht gut aussehe (meine Mutter laborierte seit eineinhalb Jahren mit einer Krebserkrankung). Aua… also sofort das hier nur rudimentär vorhandene Internet nach ÖPNV-Verbindungen abgesucht, und siehe da, es gab einen Bus nach Xanten, und von dort aus konnte man per Regionalexpress über Duisburg und Essen nach Gelsenkirchen kommen. Also nix wie los. Meine Frau und die Kinder blieben dort und konnten so wenigstens den Weihnachtsmarkt sehen.
Meiner Mutter ging es wirklich nicht besonders, und ich vereinbarte mit Ihr, am nächsten Morgen direkt wieder vorbei zu kommen, wenn es ihr nicht allzu schlecht ginge, auch mit den Kindern. Der Weg zurück per ÖPNV dauerte genau so lange wie hin (1,5 h), allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass jetzt ab Xanten kein Bus mehr fuhr. Also Taxi für lächerliche 40 Euro… na ja.
Meine Frau und die Kinder fanden den Weihnachtsmarkt nicht schlecht, allerdings richtet sich der deutlich ans ältere Publikum, für Kinder war nix zu holen in Richtung Karussel oder anderer kindgerechter Attraktionen. Kunsthandwerk gab es viel, wovon meine Frau auch das eine oder andere gekauft hatte.
Am nächsten Morgen beim Frühstück kam dann der nächste Anruf, diesmal direkt aus dem Krankenhaus vom Arzt… Zustand verschlechtert, besser sofort anreisen. So packten wir denn bangen Mutes unsere Sachen und fuhren in Richtung Gelsenkirchen, wo meine Mutter schon nicht mehr bei Bewusstsein war, so dass wir die Kinder selbstverständlich nicht mehr mit ins Krankenhaus nahmen. Sie gingen mit meiner Frau in die Wohnung meiner Mutter ganz in der Nähe, während ich im Krankenhaus blieb.
Gegen Nachmittag brachten wir fix das Womo nach Hause, da sich der Zustand meiner Mutter nicht änderte, und ich fuhr danach mit dem Auto zurück ins Krankenhaus.
So endete eines der bescheidensten Womo-Wochenenden, die ich je erlebt habe. Ganz, ganz schlechtes Timing… immerhin hatte ich am Samstag meine Mutter nochmal bei Bewusstsein gesehen und mit ihr geredet. Ich blieb über Nacht im Krankenhaus, wo meine Mutter dann am Montag morgen in meiner Anwesenheit verstarb .
Der nächste Blog-Eintrag wird weniger belastend, versprochen.
Bis denn,
Uwe



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