Wir fuhren Freitag abends los und übernachteten auf dem Niederrhein-Stellplatz in Neukirchen-Vluyn, weil das so schön auf dem Weg liegt.
Der Stellplatz liegt recht ruhig hinter dem Hotel. Im Moment ist allerdings der Kartenautomat defekt, so dass man zum Bezahlen an die Rezeption muss, die aber immerhin 24 Stunden am Tag besetzt ist.
Am morgen fuhren wir direkt nach dem Aufstehen gegen 7:00 los, um für unseren Bomber noch einen vernünftigen Parkplatz an der Maas zu bekommen, ins Parkhaus passt der ja so schlecht :D
Das hat auch prima geklappt. Parkschein gezogen und fertig, erstmal gefrühstückt und dann mit den drei Rabauken zu den 2 Brüdern rein.
Nachdem alles besorgt und verstaut war, sind wir so gegen 09:30 wieder auf den Bock und los nach Antwerpen, das wir uns für dieses Wochenende als Karnevalssfluchtziel ausgeguckt haben.
Die Fahrt lief glatt, allerdings sind die belgischen Autobahnen streckenweise in noch beklagenswerterem Zustand als die deutschen... teilweise sind unsere (korrekt eingestellten 8) ) Schwingsitze bis in den Anschlag durchgefedert, und das bei Tempo 90 und keinerlei Warnschildern vor Bodenwellen oder Strassenschäden...
Den Stellplatz fanden wir 300 m von der Autobahnabfahrt entfernt (Vogelzanglaan), das war ja einfach. Es ist ein ehemaliger Campingplatz, der jetzt als Stellplatz und Messeparkplatz benutzt wird. Es passen ca. 150 Mobile drauf, allerdings waren unter 20 da, weswegen wir uns Abseits stellten und viel Platz hatten:
Wenn es allerdings wirklich voll würde, hätte wohl höchstens jeder 5. einen Stromanschluss, da ein Grossteil der Säulen defekt und eingepackt war. Was allerdings auch insgesamt ein bisschen zu dem Lost-Place-Feeling passte, das der Stellplatz hat.
Inklusive war auch die Geräuschkulisse der zwei nahen Autobahnen, untermalt von regelmässig vorbeifahrenden Zügen :D aber was will man von einem Stellplatz mitten in der Stadt erwarten, wir waren auf jeden Fall zufrieden.
Nachdem wir uns eingerichtet und zu Mittag gegessen hatten, scheuchten wir die Kinder aus dem Womo und begaben uns in das Abenteuer Stadtbesichtigung. Die Bahnhaltestelle ist ca. 500 m vom Platzausgang entfernt (Haltestelle Expo), allerdings fährt die Bahn zum Bahnhof, wir wollten aber eher im historischen Zentrum anfangen (Groenplats), dahin muss man den Bus nehmen. Dessen Haltestelle findet man ein paar Schritte weiter Richtung Innenstadt (Haltestelle de Singel).
Mit dem Bus waren wir dann in 10 min. am Groenplats und fanden dort direkt das Rubens-Denkmal:
Witzig übrigens, der kam ursprünglich aus Siegen, also nix flämischer Meister... ganz in der Nähe am Rathaus fanden wir noch diese interessanten Nachbarn:
Von dort tingelten wir ein wenig durchs Stadtzentrum, warfen einen Blick in den Dom und dann gabs erstmal ein paar Waffeln im Waffle House (lecker).
Danach spazierten wir die Meir (Haupt-Einkaufsstrasse) entlang zum sehr sehenswerten Bahnhof und fuhren, da es langsam Dunkel wurde, mit der U-Bahn zurück zum Stellplatz.
Alle waren hinreichend geplättet, und nach knapp 10 km Fussweg gingen die Kinder ohne nennenswerte Gegenwehr nach dem Abendessen und einer kurzen Dusche im Mobil ins Bett. Länger als bis halb Zehn hielten wir aber auch nicht mehr durch...
Am nächsten Tag nahmen wir uns als erstes das MAS vor (Museum am Strom), ein sehr futuristischer, beeindruckender Bau an der Grenze zwischen Hafen und Altstadt:
Das Museum lohnt sich alleine schon wegen seiner Architektur und der perfekten Aussicht von der Dachterasse. Dazu gibt es auf 7 der 10 Etagen wechselnde Ausstellungen, die je nach Geschmack auch sehr lohnenswert sind. Die Panoramaterasse und einige Ausstellungen sind sogar gratis zugänglich. Will man alles sehen, kostet das moderate 5 Euro pro Erwachsenem, Kinder bis 18 sind frei, Rentner und 18-26 jährige zahlen nur 3 Euro, und mit einer Antwerpen-Card (die wir nicht hatten) ist es komplett gratis.
Nach dem Besuch im MAS warfen wir noch einen kurzen Blick in den benachbarten Diamantenpavillion, ist aber eher eine Selbstdarstellung der Antwerpener Diamantenindustrie, wirklich zu sehen gibt es da nicht viel.
Auf dem Weg zurück in die Altstadt hielten wir in einem Frituur und genossen die unvermeidlichen belgischen Pommes Frites mit ein paar Beilagen zum Mittagessen. Hinterher ging es auf verschlungenen Pfaden wieder Richtung Bahnhof, diesmal durch das Diamantenviertel, wo sich ein Schmuckgeschäft an das nächste reiht... die Vielfalt ist völlig verwirrend, ich glaube, ich würde lieber Online kaufen, als da durch ca. 1800 Geschäfte zu laufen...
Wieder am Bahnhof angekommen, lief mir ein schönes Motiv vors Smartphone:
Und dann ging es wieder zurück zum Stellplatz, nach diesmal 11 km Fussmarsch waren alle KO und der Tag klang dann bis zum Abendessen mit 'Garfield' vom Macbook bis zum Abendessen aus.
Auf der Rückfahrt haben wir dann am Montag noch die Oma besucht und Nachmittags dann das Womo wieder klar gemacht und auf den überdachten Abstellplatz befördert, bevor der dicke Sturm losbrach.
bis denn,
Uwe



Dezember 2025
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