Endlich waren die Herbstferien da, und mit ihnen auch wieder der Megastau um Köln… wir kamen am Freitag Nachmittag erst gegen 16:00 los und damit war klar, dass es nicht so glatt laufen würde auf dem Weg nach Luxembourg.
Im Endeffekt ging es dann aber doch ganz gut, nur einmal Stau von der A1 auf die A3 (scheixx Rheinbrücke), und so fuhren wir bis Dudelange, wo es in der Nähe des Bahnhofes einen kostenfreien Stellplatz gibt. Die Übernachtung war relativ ruhig für einen Stellplatz in der Stadt, und so konnten wir am nächsten morgen um 7:00 frisch durchstarten für die Frankreichdurchquerung.
Lyon nahmen wir diesmal per direkter Durchfahrung, obwohl die Umfahrung auf der aktiven Beschilderung empfohlen war. Google Maps zeigte in Lyon allerdings keinen nennenswerten Stau, weshalb wir (glatt und problemlos) durchfuhren. Offensichtlich steht die Verkehrsleitanlage jetzt immer auf Umfahrung, um die Touris aus Lyon rauszuhalten, aber die dreiviertel Stunde mehr für die Umfahrung binden wir uns freiwillig nicht ans Bein…
Mit schönem Mistral-Rückenwind ging es weiter über Valence und in Orange verzweigten wir in Richtung Montpellier. So gegen 18:00 kurz vor Narbonne fuhren wir ab und übernachteten auf einem schönen, kleinen, privaten Stellplatz für 6 Mobile auf einem ehemaligen Weingut, auf dem jetzt ein wohnmobilierendes Deutsch-Französisches Paar wohnt und diesen Stellplatz nebenbei betreibt. Für 6 Euro gabs eine haarsträubende Ortsdurchfahrt durch Corneilhan, eine ruhige Übernachtung und eine Karaffe Rotwein obendrein, sehr zu empfehlen.
Diesmal ging es dann morgens um 8 weiter auf die letzte Etappe in Richtung Barcelona und darüber hinaus. Stau gabs keinen, und wir kamen gegen 13:00 auf unserer Parzelle auf dem Campingplatz Platja Montroig kurz hinter Cambrils an.
Das Wetter war in den ersten Tage eher durchwachsen, weswegen wir dieses Jahr den Leihwagen direkt am Montag nahmen. Da der Montag völlig verregnet war, einigten wir uns auf Shopping im Outlet Center Las Roques nördlich von Barcelona, außerdem brauchten die Kinder eh ein paar neue Klamotten. Für die Hinfahrt entschieden wir uns gegen die Maut-Strecke, was bis Tarragona ja auch kein Problem ist wegen der A7… aber danach wurde es folkloristisch, und wir wurden mit vielen Minuten hinter LKWs im Überholverbot belohnt. Die Landschaft konnte allerdings etwas dafür entschädigen.
Das Outlet-Center sieht genauso aus wie überall in Europa, mit einer Ausnahme: es gibt keinen McDreck, sondern ein Bocadillo-Restaurant :-). Es wurden einige Kindersachen und für mich ein paar Jogging-Wintersachen eingekauft, und dann ging es im strömenden Regen zurück nach Platja Montroig.
Am nächsten Tag war es zunächst trocken, und wir entschieden uns für einen Trip nach Barcelona. Wir suchten uns im Internet ein Parkhaus am Hafen raus, man konnte dort sogar einen Platz im Voraus reservieren und per Kreditkarte bezahlen, sehr bequem :-). Diesmal nahmen wir die Autopista und folgten der Küstenautobahn, die direkt zum Hafen von Barcelona führt.
Das Parkhaus (eigentlich eine unterirdische Parkgarage, in der auch die ganzen Wellenreiter parkten, die am Strand von Barcelona surfen) lag direkt neben dem Turm der Seilbahn, die über den Hafen führt. Die Gelegenheit war günstig, und so fuhren wir damit zur Freude der Kinder über das Hafenbecken und die ganzen fetten Yachten hinweg auf den Barcelona-Hausberg. Von dort aus waren es 10 Fußminuten zur Placa Colon, von wo aus wir die Ramblas raufspazierten (natürlich mit einem Abstecher in die Markthallen) zur Placa Cataluna, wo wir doch sehr über die Millionen von Tauben staunten… und zu allem Überfluss gab es sogar noch Stände, die Taubenfutter verkauften! In jeder mitteleuropäischen Stadt wären diese Händler wahrscheinlich mit dem Flammenwerfer vertrieben worden, hier fand man nix dabei, die Ratten der Lüfte bei der Vermehrung noch zu unterstützen…
Vom Placa Catalunja aus ging es ins gothische Viertel, wo wir ein nettes Restaurant fanden, in dem wir zu Mittag aßen. Durchaus annehmbare Preise (Mittagsmenü) und ein schmackhaftes Essen guter Qualität machten das zu einer sehr angenehmen Erfahrung.
Von dort aus ging es wieder zurück in Richtung Hafen, wobei es langsam zu tröpfeln anfing. Wir erreichten das Aquarium exakt rechtzeitig (auch hierfür hatten wir Karten im Internet gebucht), als wir drin waren, begann draußen der Weltuntergang.
Das Aquarium ist wirklich sehenswert, Spanien-untypisch in bestem Zustand mit sehr schönen gepflegten Becken ausgestattet. Das Highlight ist der große Zentraltank mit Haifischen und anderen großen Spezies, das man quasi von innen besichtigen kann, weil man in einem Glastunnel auf einem Förderband hindurch gefahren wird. Sehr eindrucksvoll.
Nach den Hauptattraktionen spielten die Kinder noch eine Weile im Spiel- und Entdeckungsbereich, während draußen der Regen langsam nachließ. Als wir das Aquarium verließen, regnete es nicht mehr, und wir konnten in Ruhe zur Parkgarage zurückspazieren und uns in den Barcelonaer Feierabendverkehr stürzen :-(
Am nächsten Tag feierten wir den Geburtstag unseres Mittleren bei mäßigem Wetter auf dem Campingplatz, immerhin war es größtenteils trocken.
Ab dem Donnerstag wurde es dann deutlich besser, wir nutzten die erste Gelegenheit zu einem Ausflug ins Ebru-Delta. Von den dort brütenden Vögeln war zwar um diese Jahreszeit nix mehr zu sehen, aber auf dem Weg zum Meer bekamen wir die Methoden des industriellen Reisanbaus eindrucksvoll demonstriert. Der Leihwagen sah zwar am Meer angekommen aus wie Sau (tw. unbefestigte Straßen), aber interessant war es trotzdem. Nun ging es auf einen ausgedehnten Spaziergang am Wasser entlang zu den Sanddünen, die natürlich bestiegen wurden, und auf den nicht ganz nörgelfreien Rückweg von dort aus.
In den folgenden Tagen wurde das Wetter wieder richtig schön, und abgesehen von einigen kleineren Ausflügen verbrachten wir die Tage am Strand und auf dem CP und erholten uns sehr gut.
Wegen vorherrschender Brandung bekamen die Kinder Boogieboards, die in der Uferbrandung intensivst genutzt wurden, da wurde sogar der Swimming Pool mit seinen Rutschen uninteressant.
Am 20. Oktober brachen wir dann unsere Zelte ab und fuhren morgens um 08:00 zurück in Richtung Heimat. Weil der Verkehr problemlos war und selbst in Lyon keine nennenswerten Verzögerungen warteten, fuhren wir durch bis Beaune und übernachteten dort – mal wieder – auf dem Stellplatz/Busparkplatz. So konnten wir am nächsten Tag in einem Rutsch nach Hause fahren und hatten somit den Samstag und den Sonntag, um das Womo in Ruhe auszuräumen und zu reinigen.
Auf der A1 bei Wuppertal überholte uns dann noch wild winkend AndreasS, hätte mir gleich denken können, dass das jemand aus dem Forum war :D An dieser Stelle schöne Grüsse zurück!
Im November wird es wegen vielfältiger Termine wahrscheinlich nicht für ein Wochenende im Womo reichen *schnüff*, wir hoffen auf das erste Dezemberwochenende.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025