Der große Tag rückte näher. Frohnleichnam!
Also jetzt nicht wegen des Feiertages an sich, wir sind keine Friedhofsfetischisten. Aber für dieses Wochenende war die erste Ausfahrt mit dem 'Projekt' geplant.
Das Projekt ist ein Oldtimer-Boot, dass ich im November günstig erstehen konnte – eine Winner Wildcat von 1972. Natürlich ist ein altes Boot immer Arbeit. Aber wenn man ein neues Boot kauft und damit rumgondelt, lernt man nichts über Boote. Deshalb also ein günstiges Projekt-Boot, dass ich selber wieder aufmöbeln möchte. Und weil es ein Projekt ist und kein Selbstmord, ist es keine Komplettrestauration und ich habe mich vor dem Kauf überzeugt, dass die wichtigsten Dinge brauchbar und funktionsfähig sind.
Über Winter/Frühjahr hab ich dann:
- ca. die Hälfte des Innenbodens ersetzt (torfig im Bereich der hinteren Sitzgruppe)
- den scheusslichen, hochflorigen braunen Teppich an den Wänden und in den Staufächern rausgeworfen und durch Steppvinyl ersetzt
- den Holzoptik-PVC-Bodenbelag rausgeworfen und durch EVA-Schaumbelag ersetzt
- und natürlich noch tausend andere Kleinigkeiten erledigt.
Jetzt sollte das Boot also ausgewintert werden (offener Kühlkreis, befüllt mit Frostschutz über'n Winter). Allerdings wollte der im November tadellos laufende Motor jetzt nicht mehr anspringen.
Also, was braucht der Motor? Luft, Benzin und Zündfunken.
1) kein Problem, Flammendämpfer ab und Vergaser offen zum freien Atmen.
2) kein Problem, Benzinleitung an Vergaser gelöst, in Flasche gesteckt und georgelt. Flasche in Rekordzeit voll Benzin und kein Wasser in Sicht. Und da der Motor auch mit Starthilfespray nicht wollte, liegt es wohl an der Zündung.
3) Zündkerze aus Zylinder 1 rausgedreht, mit Kabel auf Masse (Motorblock), orgeln - kein Zündfunken. Zündkerzenkabel direkt an die Zündspule - kein Zündfunken. Spannung an Zündspule 11,9 Volt bei Zündung an - in Ordnung. Nochmal Verteiler und Kontakt gereinigt, aber kein Glück. Also neue Zündspule bestellt und beschlossen, dass das Boot diesmal noch zuhause bleibt, nicht zuletzt auch, weil mieses Wetter angesagt war. Schade.
30.05.-02.06.2024: Enkhuizen
Wir hatten, um das Boot zu testen, einen Womo-Stellplatz in einem Bungalowpark in Enkhuizen gebucht. Erstens hat der Park eine eigene Sliprampe (allerdings ist das Wasser relativ flach) und in direkter Nähe sind 2 Marinas, wo man auch slippen kann. Und zu guter letzt sind es nur 32 km bis Lelystad, wir mussten auch noch mal für die Kids Hosen shoppen. Also jetzt ohne Boot dahin.
Wir fuhren gegen 10:00 los und es war recht voll auf den Straßen, allerdings kein Vergleich zum Abend vorher, wenn man den Verkehrsnachrichten glauben konnte. So erreichten wir Enkhuizen gegen 12:30, checkten ein und bezogen unsere Parzelle.
Kurzer Rundgang durch den Park (früher Droompark Enkhuizer Strand, jetzt EuroParcs Enkhuizen), alles sehr nett und ordentlich. Lustig war, dass das Restaurant und das Wassersportcentrum erst im November '24 fertig werden. Neben der Sliprampe standen ein paar olle Boote und ein Seecontainer, das ist wohl die Keimzelle des sogenannten Wassersportcentrums :-)
Nachmittags machte ich einen Rundgang durch die Stadt, primär um die Marinas abzuchecken. Nettes Örtchen, besteht fast nur aus Häfen...
Um 19:00 machte das Schwimmbad auf (scheint eigentlich der Gemeinde zu gehören, obwohl Europarcs dransteht und die Gäste freien Zutritt haben) und ich ging mit den 3 Jungs plantschen.
Meine Frau hatte für den nächsten Morgen Brötchen bestellt, die man um 09:00 bei der Rezeption abholen konnte. Waren OK, wenn auch nicht berauschend - Holland halt, Brot und Brötchen können die einfach nicht.
Nach dem Frühstück gings ab nach Lelystad, die Kinder brauchten (mal wieder) neue Hosen. Sind zwar 32 km, aber die Anfahrt über den Markermeerdamm geht ja ratz-fatz.
Nach dem Einkauf gabs bei der Aida Mittagessen (Pommesbude am Markermeerdamm) und dann gings zurück nach Enkhuizen und nach einem Stop bei Aldi zurück auf den Stellplatz.
Nachmittags gings nochmal ins Schwimmbad und zum Abendessen hab ich den Powerkocher ausgepackt und dann gabs indisches Curry mit Reis, Poppadoms und Nan.
Der nächste Tag sah ziemlich trübe aus – aber im Schwimmbad ist es ja immer warm :-) und einmal Joggen hat auch nicht geschadet. Oben auf dem Deich, hin mit Gegenwind und zurück herrlich leicht.
Sonntag morgen haben wir dann alles wieder zusammengepackt und sind durch den Rückreisestau bei Eindhoven und mit einem Tankstop in Elten wieder wohlbehalten nach Dortmund zurückgekehrt.
Was war sonst:
- Die auf dem Nordtreffen neu abgedichtete Dachluke hat tadellos dichtgehalten
- Die aufgeschmiedeten Federn hinten machen wirklich einen großen Unterschied beim Fahren (bessere Federung hinten).
Bis denn,
Uwe



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