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Reisemobil-Blog "Die fünf Hermänner"
Eigentlich haben wir dieses Blog erstmal nur erstellt, um selber die Übersicht über unsere Fahrten zu behalten :D

Es wird primär um die Ausritte mit unserem Bimobil gehen, mal sehen was sonst noch dazu kommt.

Videos zu den einzelnen Reisezielen gibt es teilweise unter --> Link zu sehen.

Bild

Natürlich werden die Beiträge tendenziös, subjektiv und nicht übertragbar sein; als wohnmobilierende Familie mit 3 Kindern hat man halt so seine eigenen Ansichten und Präferenzen...

Bis denn,

Tinduck (Uwe)
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18.11.2020: Gelber Strom

permanenter Linkvon Tinduck am 24 Nov 2020 15:13:16

Nachdem in unserem Herbst-Urlaub ja unser Bleiklumpen (220 Ah Bleikristallbatterie) nach knapp vier Jahren Betrieb den Geist aufgegeben hat (weniger als halbe Kapazität entnommen => Spannungseinbruch, Notabschaltung EBL), galt es nun, Ersatz zu beschaffen.
In vielen Diskussionen im Forum ging es hin und her um Blei oder LiFe(Y)PO4, viele greifen zu vergleichsweise günstigen Fertig-LiFePO4-Akkus, die inzwischen fast inflationär von allen möglichen Händlern verhökert werden, manchmal auch nicht so günstig, weil 'Engineered in Germany' draufsteht... das war mir alles zu halbherzig. Deshalb bestellte ich bei Nothnagel den 200-Ah-Bausatz für einen LiFeYPO4-Akku mit Winston-Zellen und EV-Power Balancern plus UVP/OVP-Abschaltung durch ein Philippi-Relais, das mit den Balancern gekoppelt ist. Nicht gerade günstig, aber ein 'Markenakku' mit billigeren Zellen und dieser Kapazität kostet vielleicht 15-20% weniger, was das Risiko bezüglich des meist nicht näher definierten Innenlebens nicht lohnt, finde ich.

So sah der Lieferumfang des Bausatzes aus, kam in einer stabilen 35-Kg-Kiste gut verpackt an:

Bild

Als erstes flugs die Zellspannungen gemessen, Nothnagel hat ja initial geladen:

3,462V / 3,464 V / 3,461 V / 3,410 V

Nicht alle exakt gleich, aber auf jeden Fall geladen. Die letzte fiel ein bisschen ab.

Nach dem Zusammenbau habe ich dann mein steinaltes (would you believe 35 years?) ABSAAR-Batterieladegerät (12V/4 A/max. 14,5 Volt) an den Akku gehängt und geschaut, was die Spannungen der Zellen so machen. Die gingen mit einigen mV Differenz (bis zu 18 mV) auf über 3,6 Volt hoch, die Balancer-Platinen zeigten erst grüne LEDS, dann gingen nach und nach die Roten an (über 3,5 Volt Zellspannung) und sie wurden handwarm, was funktionierendes Balancing anzeigt. So weit, so gut.

Bild

Nach vier Stunden war genug geladen und ich nahm das Ladegerät ab. Wieder 2 Stunden später waren die Spannungen mit einer maximalen Differenz von 12 mV weitestgehend angeglichen. Am nächsten Tag nochmal das gleiche Spiel, jetzt nur noch 10 mV max. Differenz, ich denke, damit kann man zufrieden sein.

Ich beabsichtige übrigens nicht, den Akku in eine Kiste zu basteln. Die Zellen selber sind hochstabil und mit Packspannbändern so fest verschnürt, dass ich noch nicht einmal die Temp-Sensoren zwischen die Packs bekommen habe (musste mit der Schlüsselfeile 1/10 mm vom Akkugehäuse wegfeilen, dann passte es)... ich werden den Block im Womo mit Aluwinkeln am Boden fixieren und einen Spanngurt drüberziehen, das sollte ausreichen. Auf die Schmalseite kommt ein mit Spanngurten fixiertes Brett für das Philippi-Relais.

Ich berichte hier weiter, sobald ich zum Einbau komme.

So, jetzt war es soweit. Ich musste noch Überstunden abbauen, habe so den Donnerstag und Freitag freigenommen und das Womo nach Hause geholt.
Erster Tagesordnungspunkt: Fertigstellung des Akkus. Die Kabel mussten noch hübsch verlegt werden, die Temperatursensoren sollten zwischen die Zellen wandern und das Phillippi-Relais auf die Schmalseite verlegt und mit Gurten fixiert werden. Das Ganze hat erstaunlicherweise noch mal eine Stunde Kleinarbeit verschlungen, jetzt sieht der fertige Bausatz so aus:

Bild

Bild

Dann mussten die Aluwinkel zur Fixierung geschnitten, gebohrt und mit Schlitzen für die Sicherungsgurte versehen werden. Dann kamen die Kinder nach Hause, Essen, Hausaufgaben... hinterher reichte die Zeit gerade noch, um den alten Bleiklumpen aus dem Mobil zu reissen.

Heute (27.11.) hab ich dann erstmal die Verkabelung um den EBL etwas bereinigt. Zum Minuspol gingen drei 6-Quadrat-Kabel, die ich erstmal verfolgen musste. Zwei davon führten auf das Minus-Terminal, eins direkt zum EBL, warum auch immer. Also das vom EBL aufs Terminal gelegt und das Terminal mit einem neuen 32-Quadratmm-Kabel mit dem Akku verbunden, als einzige Verbindung. Die Plus-Seite hatte ich schon beim Einbau des BlueBattery-Batteriecomputers aufgeräumt. Jetzt führen nur noch drei Kabel zum Akku: Plus, ein Sense-Kabel des EBL auf Plus, und Minus.
Sämtliche Temperatursensoren (Solarcontroller, Fraron-LG) wurden ebenfalls entfernt.
Da der neue Akku nicht durch die Aussenluke passte, wurde er innen durch den Doppelboden-Zugang herabgelassen und nach dem Entfernen von zwei Heissluftrohren der Heizung an Ort und Stelle geschoben. Einmal hingestellt, Umrisse angezeichnet, hinteren und seitliche Aluwinkel verschraubt, Spanngurte an hinteren Winkel angeschlagen. Dann den Akku angeschlossen (Relais vorher auf ‚aus‘), an seinen Platz geschoben, Gurte in vordere Leiste eingefädelt, Leiste verschraubt, Gurte angezogen. Fertig. Puh.
So ist der Akku jetzt platziert:

Bild

Vorher waren der Solarcontroller schon auf LiFePO4 mit 14,4 Volt Ladeendspannung und das Fraron auf 14,4 Volt mit 13,3 Volt Float eingestellt worden, das Calira Bordladegerät blieb wie es war auf Blei/Säure eingestellt. Sicherung vom Solarcontroller wieder rein, das den gelben Knopf am Phillippi gedrückt und... jawoll, der Bluebattery zeigt 13,5 Volt an und das der Solarcontroller lud im Schatten ein gemütliches halbes Ampere.
Landstrom dran brachte 18 A Ladestrom, der in 5 Minuten bis auf 2 A abfiel. Als die Spannung auf 14,4 Volt war, erkannten alle Ladegeräte den vollen Akku und gingen auf Erhaltung, perfekt.
Mal sehen, was per LiMa reingeht, wenn der Akku etwas leerer ist, würde mal schätzen so 18 bis 20 A.

Ich werde weiter berichten.

P.S.: Aufmerksame Forums-Leser machten mich auf einen Fehler beim Zusammenbau aufmerksam (siehe Fotos): das Kupferblech am Minuspol sitzt über dem Balancer. Dies könnte zu einem schmorenden Balancer führen, wenn viel Strom entnommen wird, da dieser dann über die vergoldete Balancer-Platine fliessen muss.
Ist jetzt geändert, neue Reihenfolge: Pol - Kupferblech für Minus-Anschluss - Kabelschuhe für Balancer- und Phillippi-Minuspol - Scheibe - Balancer-Platine - Scheibe - Federring - Mutter.
Generell muss immer alles, was hohen Strom leiten soll, direkt auf dem Pol sitzen, also Zuleitungen am Minus- und Pluspol sowie die Zellverbinder. Hier nochmal Danke für den wichtigen Hinweis.

bis denn,

Uwe

Alberto Brandolini: "The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it." :wall:
2 Kommentare 14410 mal betrachtet
Kommentare

RE: 18.11.2020: Gelber Strom

permanenter Linkvon Mokus am 05 Feb 2021 21:51:00

Hallo,
wow es sieht echt super aus.
Alles super, was mir persönlich nicht so gut gefällt ist die Befestigung.
Mokus
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RE: 18.11.2020: Gelber Strom

permanenter Linkvon Tinduck am 22 Feb 2021 15:30:51

Die ist zugegebenermaßen nicht schön, aber sie erfüllt ihren Zweck... die Aluschienen sind im Boden verschraubt, und der Akku kann (selbst ohne die Spanngurte) nicht aus den Leisten herauskippen, weil die Diagonale des Akkus (auf die Schmalseite gesehen) länger ist als der Doppelboden hoch.

bis denn,

Uwe
Alberto Brandolini: "The amount of energy needed to refute bullshit is an order of magnitude bigger than to produce it." :wall:
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