In vielen Diskussionen im Forum ging es hin und her um Blei oder LiFe(Y)PO4, viele greifen zu vergleichsweise günstigen Fertig-LiFePO4-Akkus, die inzwischen fast inflationär von allen möglichen Händlern verhökert werden, manchmal auch nicht so günstig, weil 'Engineered in Germany' draufsteht... das war mir alles zu halbherzig. Deshalb bestellte ich bei Nothnagel den 200-Ah-Bausatz für einen LiFeYPO4-Akku mit Winston-Zellen und EV-Power Balancern plus UVP/OVP-Abschaltung durch ein Philippi-Relais, das mit den Balancern gekoppelt ist. Nicht gerade günstig, aber ein 'Markenakku' mit billigeren Zellen und dieser Kapazität kostet vielleicht 15-20% weniger, was das Risiko bezüglich des meist nicht näher definierten Innenlebens nicht lohnt, finde ich.
So sah der Lieferumfang des Bausatzes aus, kam in einer stabilen 35-Kg-Kiste gut verpackt an:
Als erstes flugs die Zellspannungen gemessen, Nothnagel hat ja initial geladen:
3,462V / 3,464 V / 3,461 V / 3,410 V
Nicht alle exakt gleich, aber auf jeden Fall geladen. Die letzte fiel ein bisschen ab.
Nach dem Zusammenbau habe ich dann mein steinaltes (would you believe 35 years?) ABSAAR-Batterieladegerät (12V/4 A/max. 14,5 Volt) an den Akku gehängt und geschaut, was die Spannungen der Zellen so machen. Die gingen mit einigen mV Differenz (bis zu 18 mV) auf über 3,6 Volt hoch, die Balancer-Platinen zeigten erst grüne LEDS, dann gingen nach und nach die Roten an (über 3,5 Volt Zellspannung) und sie wurden handwarm, was funktionierendes Balancing anzeigt. So weit, so gut.
Nach vier Stunden war genug geladen und ich nahm das Ladegerät ab. Wieder 2 Stunden später waren die Spannungen mit einer maximalen Differenz von 12 mV weitestgehend angeglichen. Am nächsten Tag nochmal das gleiche Spiel, jetzt nur noch 10 mV max. Differenz, ich denke, damit kann man zufrieden sein.
Ich beabsichtige übrigens nicht, den Akku in eine Kiste zu basteln. Die Zellen selber sind hochstabil und mit Packspannbändern so fest verschnürt, dass ich noch nicht einmal die Temp-Sensoren zwischen die Packs bekommen habe (musste mit der Schlüsselfeile 1/10 mm vom Akkugehäuse wegfeilen, dann passte es)... ich werden den Block im Womo mit Aluwinkeln am Boden fixieren und einen Spanngurt drüberziehen, das sollte ausreichen. Auf die Schmalseite kommt ein mit Spanngurten fixiertes Brett für das Philippi-Relais.
Ich berichte hier weiter, sobald ich zum Einbau komme.
So, jetzt war es soweit. Ich musste noch Überstunden abbauen, habe so den Donnerstag und Freitag freigenommen und das Womo nach Hause geholt.
Erster Tagesordnungspunkt: Fertigstellung des Akkus. Die Kabel mussten noch hübsch verlegt werden, die Temperatursensoren sollten zwischen die Zellen wandern und das Phillippi-Relais auf die Schmalseite verlegt und mit Gurten fixiert werden. Das Ganze hat erstaunlicherweise noch mal eine Stunde Kleinarbeit verschlungen, jetzt sieht der fertige Bausatz so aus:
Dann mussten die Aluwinkel zur Fixierung geschnitten, gebohrt und mit Schlitzen für die Sicherungsgurte versehen werden. Dann kamen die Kinder nach Hause, Essen, Hausaufgaben... hinterher reichte die Zeit gerade noch, um den alten Bleiklumpen aus dem Mobil zu reissen.
Heute (27.11.) hab ich dann erstmal die Verkabelung um den EBL etwas bereinigt. Zum Minuspol gingen drei 6-Quadrat-Kabel, die ich erstmal verfolgen musste. Zwei davon führten auf das Minus-Terminal, eins direkt zum EBL, warum auch immer. Also das vom EBL aufs Terminal gelegt und das Terminal mit einem neuen 32-Quadratmm-Kabel mit dem Akku verbunden, als einzige Verbindung. Die Plus-Seite hatte ich schon beim Einbau des BlueBattery-Batteriecomputers aufgeräumt. Jetzt führen nur noch drei Kabel zum Akku: Plus, ein Sense-Kabel des EBL auf Plus, und Minus.
Sämtliche Temperatursensoren (Solarcontroller, Fraron-LG) wurden ebenfalls entfernt.
Da der neue Akku nicht durch die Aussenluke passte, wurde er innen durch den Doppelboden-Zugang herabgelassen und nach dem Entfernen von zwei Heissluftrohren der Heizung an Ort und Stelle geschoben. Einmal hingestellt, Umrisse angezeichnet, hinteren und seitliche Aluwinkel verschraubt, Spanngurte an hinteren Winkel angeschlagen. Dann den Akku angeschlossen (Relais vorher auf ‚aus‘), an seinen Platz geschoben, Gurte in vordere Leiste eingefädelt, Leiste verschraubt, Gurte angezogen. Fertig. Puh.
So ist der Akku jetzt platziert:
Vorher waren der Solarcontroller schon auf LiFePO4 mit 14,4 Volt Ladeendspannung und das Fraron auf 14,4 Volt mit 13,3 Volt Float eingestellt worden, das Calira Bordladegerät blieb wie es war auf Blei/Säure eingestellt. Sicherung vom Solarcontroller wieder rein, das den gelben Knopf am Phillippi gedrückt und... jawoll, der Bluebattery zeigt 13,5 Volt an und das der Solarcontroller lud im Schatten ein gemütliches halbes Ampere.
Landstrom dran brachte 18 A Ladestrom, der in 5 Minuten bis auf 2 A abfiel. Als die Spannung auf 14,4 Volt war, erkannten alle Ladegeräte den vollen Akku und gingen auf Erhaltung, perfekt.
Mal sehen, was per LiMa reingeht, wenn der Akku etwas leerer ist, würde mal schätzen so 18 bis 20 A.
Ich werde weiter berichten.
P.S.: Aufmerksame Forums-Leser machten mich auf einen Fehler beim Zusammenbau aufmerksam (siehe Fotos): das Kupferblech am Minuspol sitzt über dem Balancer. Dies könnte zu einem schmorenden Balancer führen, wenn viel Strom entnommen wird, da dieser dann über die vergoldete Balancer-Platine fliessen muss.
Ist jetzt geändert, neue Reihenfolge: Pol - Kupferblech für Minus-Anschluss - Kabelschuhe für Balancer- und Phillippi-Minuspol - Scheibe - Balancer-Platine - Scheibe - Federring - Mutter.
Generell muss immer alles, was hohen Strom leiten soll, direkt auf dem Pol sitzen, also Zuleitungen am Minus- und Pluspol sowie die Zellverbinder. Hier nochmal Danke für den wichtigen Hinweis.
bis denn,
Uwe



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