Wir entschieden uns für das Aqua Magis in Plettenberg und das Besucherbergwerk Ramsbeck.
Als wir am Freitagabend wie üblich gegen 19:00 losfuhren, lag die Temperatur in Dortmund so bei 3 °C… an der Abfahrt Lüdenscheid von der A45 waren es dann nur noch 0 °C, und die Straße sah an einigen Stellen schon verdächtig glatt aus.
Aber die Sauerländer haben das drauf, und keine drei Minuten später kam uns schon der erste Streuwagen entgegen und pökelte unser Mobil gründlich ein. Danach keine Probleme mehr mit Glätte.
Bei unserer Ankunft auf dem Aqua Magis – Parkplatz war der Womo-Parkstreifen nur zur Hälfte gefüllt, man merkt, dass die Saisonkennzeichen jetzt alle sicher abgestellt sind :-) Wir schlossen uns nicht an die Stromsäule an, weil ich mal was über unsere Batteriereichweite rausfinden wollte.
Nach dem Abendessen gingen die Kinder ins Bett, wir selber folgten eine Stunde später, da uns die Woche auch mal wieder gründlich geschafft hatte.
Ach ja, die Batteriespannung direkt nach der Ankunft unter 2-3 A Last betrug 12,4 Volt. Am Ende des Abends waren wir bei 12,2 Volt ohne Last angekommen; die Batterie war nicht voll, als wir vom Unterstellplatz wegfuhren, ich hatte für die 2 Wochen Stillstand 2 KWh am Stromautomat gebucht, die waren komplett verbraucht und die Stromsäule im Standby, als wir abgefahren sind. Anfangsladezustand also ungewiss.
Unsere Batterie ist übrigens eine Bosch L4021, 130 Ah Kapazität bei 20h Entladedauer und wartungsfrei. Angeblich eine Versorgerbatterie, die für Blei/Säure ziemlich zyklenfest ist (400-600 Zyklen bei 50% Entladetiefe) und – so die Hersteller-Info – ohne Probleme bis 40% entladen werden kann.
Nach dieser Tabelle:
Lag die Batterie also zu Beginn unserer Übernachtung bei ca. 80% Kapazität und war im Laufe des Abends auf ca. 60% runtergegangen.
Am nächsten Morgen wurde dann – nach einer recht verregneten Nacht - lange (für unsere Verhältnisse, 08:30) geschlafen und wir waren deshalb erst gegen 10:30 mit dem Frühstück fertig. Noch ein wenig rummuddeln (Wasser von den Fenstern wischen, Abwasch etc.) und dann zu Fuß zum Lidl in der Nähe (ca. 1,5 km?), um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Zu der Zeit war es trocken, da war die Gelegenheit günstig, noch ein bisschen frische Luft zu bekommen.
Dann gab es ein leichtes Mittagessen und danach wurden die Badesachen eingepackt und das Spassbad geentert.
Dort hatten die Kiddies erwartungsgemäß einen Mordsspaß, das Bad ist aber auch wirklich zu empfehlen. Alles sauber und gut in Schuss, eine fast schon verwirrende Vielfalt an Rutschen, Schwimmbecken, Saunen etc., auch für die ganz Kleinen mehrere Kleinkinder-Becken mit Piratenschiff – oder Traktorthema, echt nett gemacht. Und das Wellenbad ist auch 50% der Zeit in Betrieb, man muss also nie besonders lang auf Wellen warten.
Abendessen gabs dann im Bad – natürlich Currywurst/Pommes – und danach konnten wir die Kinder gerade noch zum Zähneputzen anhalten, bevor sie ins Bett sackten und keinen Piep mehr sagten. Wurde ein ruhiger, erholsamer Abend für uns, wobei wir auch um
kurz nach 10 in der Falle waren.
Die Batterie lag zuletzt bei 12,1 V am Kontrollpanel, was so um die 55% entsprechen würde. Die Heizung war über den ganzen Tag an, lief aber nur in Intervallen, da inzwischen so 6-8 °C waren und die gute Isolation unseres Mobils die Wärme ganz gut hielt. Ach ja, Aussenabdeckung auf dem Fahrerhaus war die ganze Zeit montiert.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurde alles aufgeräumt und wir fuhren ab, kurz vorher zeigte die Batterieanzeige 12,0 V, also um die 50%. Da hatte die Lichtmaschine also einiges zu ackern.
Um 10:45 kamen wir am Besucherbergwerk Ramsbeck an:
Das ist ein altes Erzbergwerk (Blei/Zinn), welches bis 1974 betrieben wurde. Es gibt dort eine schöne Ausstellung zu allen möglichen Aspekten des Erzbergbaus und einen Film zur Geschichte des Bergbaus, auch eine große Halle mit moderneren Abbaumaschinen ist zu sehen, fanden die Kinder natürlich toll, zumal man auch auf den Exponaten rumkrabbeln darf.
Das Highlight ist aber natürlich die Grubenfahrt; man fährt über den alten Hauptstollen mit einer Grubenbahn 1,4 Kilometer weit vor Ort bis in eine Teufe von 300 m und kommt dann direkt unter Fort Fun in die Grube :-)
Dort gab es dann eine gut gemachte und informative Führung, erst zum historischen Erzabbau mit Schlegel und Eisen und dann über die verschiedenen Evolutionsstufen bis hin zum modernen Abbau mit Großbohrgeräten und Sprengung. Auch die moderne Förderanlage (ein Blindschacht mit komplett unter Tage verbauter Maschinerie) konnte noch besichtigt werden.
Die letzten 4 Sohlen wurden allerdings aufgelassen und sind abgesoffen, nur die oberen 3 Sohlen (Besucherbergwerk) werden noch wasserfrei gehalten.
Interessanterweise ist immer noch reichlich Erz vorhanden, die Erzpreise sind aber – obwohl seit der Schliessung 1974 um 200% gestiegen – immer noch zu niedrig, um eine wieder-Inbetriebnahme rentabel zu machen. Aber das Erz läuft ja nicht weg….
Danach gings nach einem kurzen Mittagessen im Mobil dann zurück zum Abstellplatz in Lünen, wo ich das Womo an Landstrom brachte. Die Batterieanzeige war wieder auf ca. 12,7 Volt gestiegen (ohne Last, könnte noch Kapazität auf den Bleiplatten mit bei sein). Beim Zuschalten des Landstroms drückte das Ladegerät direkt 12 A Strom in die Batterien, war wohl doch ein bisschen Platz drin :-/
Als Fazit kann man sagen, für zwei Übernachtungen reicht die Batteriekapazität sicher, wenn man mit dem Strom nicht rumschweint, bei längeren Standzeiten ist Landstrom zu empfehlen, oder man fährt jeden Tag 100 km, was ja auch nicht immer sein muss.
Solar hätte im vorliegenden Fall nix gebracht, war die ganze Zeit bewölkt, hätte die Wurst sicher nicht vom Teller gezogen.
Nächstes Wochende geht es auch wieder los, wahrscheinlich nach Dorsten, da gibt’s auch noch ein Spassbad, welches mit RTC umsonst ist.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025