Am Dienstag wurde das Mobil reisefertig gemacht, und Mittwoch nach der Arbeit (halbe Schicht) ging es dann um 12:30 los auf die A1 Richtung Köln. Dort mussten wir natürlich erstmal auf die A3 Richtung Süden wechseln, weil wir über die A1-Rheinbrücke in Leverkusen ja nicht rüber dürfen (> 3,5 Tonnen), und an jenem Autobahnkreuz fuhren wir dann auch prompt in den ersten Stau, von dem das Navi noch nichts wusste und der uns die ersten 20 Minuten kostete.
Nach einigem Gezuckel ging es dann weiter ein kurzes Stück über Land, dann wieder über die Autobahn an Brühl vorbei und über die 51 erst nach Bitburg und dann durch die Nordeifel, um westlich von Trier wieder auf die Autobahn zu stossen und nach Luxembourg reinzufahren.
Dort hab es auch noch einiges an Stop-and-Go, nach Luxembourg-Stadt in Richtung Süden war ordentlicher Berufsverkehr angesagt. Wir tankten an der letzten Raststätte in Luxembourg und stauten uns dann so mittelschnell nach Thionville durch, wo endlich die ganzen Pendler von der Bahn waren und es deshalb in Richtung Metz/Nancy flüssiger weiterging.
Durch die diversen Staus hatten wir inzwischen ca. eine Stunde Fahrtzeit verloren und kamen so nach dem üblichen endlosen Ritt über die Vogesen erst gegen 21:30 auf dem Stellplatz in Beaune an. Dort stellten wir dann fest, dass wir in die normalen Stellplätze nicht wirklich reinpassten, mit der Heckbühne (Kinderfahrräder und -roller) haben wir so 8 m Länge. Offensichtlich ist es dort aber toleriert, die Parkplätze für die Reisebusse mit zu benutzen, dort standen auch schon einige andere lange oder Anhänger-ziehende Mobile, so dass wir doch noch problemlos dort bleiben konnten.
Der Stellplatz ist übrigens gratis, wenn man Strom haben möchte oder ver- oder entsorgen, muss man sich an einem Automat Jetons dafür ziehen.
Nach einem kurzen Abendessen gingen die Kinder ins Bett (die haben sich während der Fahrt recht harmonisch gezeigt, was den Stau auch besser aushalten liess :-)), und wir zogen uns auch eine halbe Stunde später zurück.
Am nächsten Morgen ging es um 07:00 aus den Federn, und um 07:45 standen wir vor dem Intermarche, wo die angegliederte Bäckerei schon um 07:30 aufmacht (Baguette kaufen) und die Tankstelle gute Preise hat und per EC-Karte Diesel spendet. Dann ab auf die Bahn, in Richtung Lyon.
Nach einer dreiviertel Stunde Frühstückspause auf einer Raststätte fuhren wir so gegen 11:00 auf die Entscheidung zu, Lyon zu durchqueren oder lieber die Umfahrung zu nehmen - das Verkehrsleitsystem empfahl die Umfahrung, und die nutzten wir dann auch. So sahen wir die Rhone erst hinter Lyon, und die Schaumkronen darauf verhiessen Gutes: es gab Mistral, und die 5-6 Windstärken Rückenwind drückten den Dieselverbrauch auf dieser Etappe bis runter zum Mittelmeer auf ca. 11,1 Liter pro 100 km, normalerweise verbrauchen wir eher so um die 13 Liter. Sehr angenehm, zudem der Wind so merklich anschob, dass auch das Geräuschniveau des Motors erheblich sank, zumindest, wenn es nicht bergauf ging.
Das Wetter zeigte sich auch von seiner besten Seite, und so konnten wir unsere Mittagspause in der Provence (Raststätte Mornas-le-Village, schöne Aussicht, leider direkt um die Ecke von Tricastin) draussen in der Sonne geniessen, wenn man auch das Essen auf dem Tisch festhalten musste, weil der Mistral so pfiff.
So kamen wir gegen 16:30 am Camp Du Domaine an, nach der üblichen chaotischen Fahrt durch Toulon, obwohl das jetzt mit dem fertigen, langen Stadttunnel schon erheblich entspannter geworden ist.
Der Check-in war kurz und freundlich, und so standen wir um 17:00 auf der Parzelle auf den Keilen, Strom dran, fertich... der geruhsame Teil des Urlaubs konnte beginnen. Die Kinder flitzten sofort an den Strand, und wir gönnten uns erstmal ein Frühabend-Bierchen nach der langen Fahrt, in kurzer Hose und T-Shirt... die 18° mit Sonne hier waren schon was anderes als 5° Zuhause und auch noch in Beaune bei der Zwischenübernachtung.
Blick von J13
Insgesamt hatte sich im Camp Du Domaine seit 2009 nicht sooo viel verändert. Es wurden noch mehr Parzellen durch fest installierte Mobile Homes ersetzt, die sich offensichtlich zunehmender Beliebtheit bei den Campingplatzbetreibern erfreuen, belegt waren jetzt über Ostern aber höchstens 20% davon, würd ich mal schätzen. Oben bei den Sportanlagen gibt es jetzt eine Bogenschiessanlage, die wir auch zwei mal genutzt haben, und einer der Basketball-/Fussballplätze ist jetzt überdacht, was wohl im Sommer ganz sinnvoll ist. Ausserdem wurde ein großer Spielplatz, der nett angelegt ist, hinzugefügt. Ist eher für die mittelalten Kinder, der oben an der Bar au Tennis ist ja eher für Kleinkinder.
Zudem wurden die Unterstände auf den Parzellen (früher Stahlgestelle mit Palmwedeln, die aber erst in der Hauptsaison draufkamen, vorher standen die Gestelle nackt rum; später ganzjährig gedeckt mit Fake-Dachpfannenplastik) gegen Holzgestelle ausgetausch, die etwas netter aussehen... gedeckt sind die aber leider mit gefälschten Gummi-Palmwedeln, sieht eher merkwürdig aus :-)
Die Waschhäuser (selbst die neu renovierten) sind immer noch zugig und ohne Klobrillen, das brauchen die Franzosen offensichtlich so. Dafür war jetzt das Wasser immer heiss und es gibt direkt bei den Toiletten Handwaschbecken und Handtrockner, und bei den Duschen wurde ein höhenverstellbarer Wandfön installiert, der auch gratis funktioniert.
Da es uns insgesamt ganz gut gefiel, haben wir für nächstes Jahr wieder reserviert, was dann alte, schlechte Erinnerungen an die Reservierungsprozeduren auf diesem CP wachwerden liess. Erstmal gabs Probleme, weil wir keine kompletten 2 Wochen wollten. Dann gab es natürlich wieder eine Reservierung für die gleichen Kalendertage wie dieses Jahr, obwohl die Osterferien nächstes Jahr anders liegen... aber selbst mit gutem Zureden und Bekanntgabe der Osterferientermine NRW 2017 waren die Damen nicht zu einer passenden Reservierung zu bewegen, es gilt das übliche Prozedere mit im Dezember oder Januar anrufen, korrekte Daten festmachen, Anzahlen... genau so nervig wie früher, keine Verbesserung in sicht.
Die Preise sind auch noch immer Premium, über 50 Euro pro Tag in der Vorsaison (3 Kinder...) sind schon ein Wort. Wenn dieser Platz nicht diese famose Lage hätte, würd das glaube ich keiner bezahlen wollen, zumal man in Nordspanien (wo es meist auch noch einen Tacken wärmer ist) besser ausgestattete Plätze um die gleiche Zeit für 30 Euro am Tag bekommt. Aber das ist halt noch mal 300 km weiter (=> dritter Reisetag) und hat halt nicht diese Lage mit der wunderschönen Aussicht.
Eigentlich wollten wir erst am Freitag, den 1.4. abfahren, aber am Donnerstag morgen herrschte scharfer Ostwind mit Prognose auf noch höhere Windstärken am Nachmittag. Da man den Tag bis auf ein paar Spaziergänge wohl sowieso größtenteils im Womo hätte verbringen müssen, entschlossen wir uns für eine vorgezogene Abfahrt und machten uns gegen 12:00 vom Acker, den gebuchten nächsten Tag mussten wir auch nicht bezahlen, was wir sehr fair fanden.
Es herrschte übrigens wieder Wind von schräg hinten, so dass die Fahrt leichter fiel... diesmal reichte es aber nur für 12,2 L/100 km :-)
So standen wir gegen 20:00 wieder in Beaune auf dem Stellplatz. Eigentlich wollten wir noch kurz in die Innenstadt, aber wegen des Staus in und um Lyon (die Umfahrung war diesmal auch ziemlich dicht) war es jetzt schon sehr spät und fast dunkel... vielleicht klappts ja im nächsten Jahr.
Morgens wieder die Baguette-und-Diesel-Nummer bei Intermarche, und dann bei Nieselregen ab über die Vogesen in Richtung Nancy/Metz. Die Fahrt fand diesmal teilweise in den Wolken statt, ein bisschen Gegenwind gabs auch, und die Steigungen taten das ihrige, so dass diese Etappe in Wasserbillig mit einem Rekordverbrauch von 14,5 L/100 km abgeschlossen wurde.
Der weitere Weg nach Hause wurde wegen des einsetzenden Berufsverkehrs um Köln sehr unterhaltsam. Das Navi fand keine freie Autobahn mehr und schickte uns linksrheinisch durch die Innenstadt. Das lief überraschend gut, wir sahen den neuen Hafen und das Schokoladenmuseum und natürlich den Dom. Dann ging es an die Rheinüberquerung, und wir fanden uns im Zubringerstau für die Mülheimer Brücke wieder... 45 Minuten, in der Zeit hätte man rüber schwimmen können... so waren wir uns nicht sicher, ober der Stau auf der A3 nicht kürzer gewesen wäre. Wahrscheinlich nicht. Weiter ging es über die B8 durchs Bayerwerk und zur A3 und dann direkt auf die A1, wo wir dann schon in Hagen abfuhren, um den Stau am Westhofener Kreuz zu umgehen. Ankunft zu Hause gegen 17:00, immerhin bei schönem Wetter und ca. 15 Grad, wenn auch der Ostwind etwas kalt war.
Dann folgte noch das übliche Ausräumen, und am Sonntag hab ich auf dem Stellplatz (Gewerbegebiet...) noch das Mobil gewaschen, bevor es unter den Carport kam.
Als nächstes stehen wohl eher wieder ein paar Kurztrips an, aber frühestens in 3 Wochen, wir müssen bei den Großeltern noch ein wenig Ostern nachholen und ein Kindergeburtstag steht auch noch an...
bis denn,
Uwe



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