Fast hätte uns noch der plötzliche Tod meiner Mutter (siehe vorheriger Blog-Eintrag) den Urlaub unmöglich gemacht, aber wir konnten sämtliche nötigen Formalitäten und die Beerdigung in der Woche vor Weihnachten abschließen, so dass wir den jetzt um so dringender benötigten Urlaub doch noch antreten konnten.
Am 23.12. gegen 11:00 war das Mobil endlich fertig gepackt und wir brachen gen Italien auf. Der Verkehr war natürlich mörderisch, Freitag vor Weihnachten… um und nach Frankfurt war es doch sehr stauig. Kurz vor Kampen stand für die nächste Autobahnraststätte eine Asfinag-Schild angeschlagen, eine gute Gelegenheit, unsere online beantragte Go-Box einzusammeln. War auch kein Problem, Barcode vorgezeigt, gescannt, Box wurde programmiert und uns kostenfrei ausgehändigt. Prima!
Wir schafften es, gegen 19:00 Kampen im Allgäu zu passieren und suchten uns 10 Minuten von der Autobahn entfernt einen Stellplatz in der Nähe eines Sees. Und Überraschung, es lagen dort schon 10 cm Schnee und die Goodyear CargoVectors konnten zeigen, dass sie damit prima klar kommen. Natürlich waren auch noch Schneeketten an Bord, brauchten wir aber nicht.
Der Stellplatz kostete 5 Euro als Parkschein und hatte weder Strom noch Klo, deswegen war da wohl auch nix los, nur 2 andere Mobile waren da. Einer davon schmiss dann noch während unseres Abendessens den Moppel an, war damit aber zum Glück nach ner halben Stunde fertig, so dass die Kinder ruhig schlafen konnten – wir natürlich auch.
Am nächsten Tag ging es um 07:00 weiter in Richtung Fernpass. Die Gegend war verschneit, aber die Straßen frei, so dass der Pass kein Problem war. Wir passierten dann Innsbruck gegen 10:00 und machten uns über die Brenner-Autobahn auf in Richtung Italien.
Das Landstraßengedudel nach dem Brenner in Richtung Osten bis nach Sexten zog sich dann noch ein wenig hin, aber gegen 12:00 standen wir dann auf unserer Parzelle und genossen die kalte, klare Bergluft.
Tja, der Caravanpark Sexten…. Schon interessant.
Erstens ist das so ein Platz, wo man endlich mal die Womos sieht, die sonst nur mal in der P/M oder in Youtube-Videos zu sehen sind. Mit nem Phoenix ist man da schon eher Mittelklasse, selbst einem Morelo schaut da kaum einer nach… die Platzhirsche fahren die ganz dicken Concordes oder Ketterer Continental und ähnliche ‚Kleinigkeiten‘, die kaum auf die Parzellen passten. Und weil da so viel Platz drin ist, hat man dann noch ein geräumiges Privatbad in der Nähe der Parzelle dazu :-)
Was eigentlich kaum zu verstehen ist, die Sanitärhäuser auf diesem CP habe ich bisher noch nirgendwo getoppt gesehen. Obwohl nicht mehr ganz neu, sind die geräumigen Anlagen erstens bullenwarm per Holzofen beheizt und zweitens stets sauber und ordentlich. Unser nächstgelegenes Sanitärhaus war das sogenannte Waldbad, innen alles im italienischen Stil gehalten, schön gefliest, genug Duschen und Toiletten, geräumige Abwaschräume… schon gut.
Ein Stück weiter weg war das Kristallbad, das komplett im Stil eines Bergwerkstollens (und deshalb auch unterirdisch in einem Hügel) gehalten ist. Ungewöhnlich, aber sehr schön gemacht und für die Kinder natürlich ein Erlebnis.
Das dritte Badehaus (Bauernbad, in der Nähe der Top-Stellplätze) haben wir uns nicht angeschaut.
Auch der Service auf dem Platz stimmt; es gibt einen sehr guten Supermarkt, ein Restaurant mit einer tollen (wenn auch nicht ganz günstigen) Speisekarte, eine Kneipe mit Pizzeria (auch take away), eine Indoor-Kletterhalle und ein großes Schwimmbad mit angeschlossenem Wellness-Bereich, in dem viele Anwendungen gebucht werden können, wenn man das mag. Das Freibad ist natürlich nur im Sommer im Betrieb, das normale Schwimmbad hat aber ein gut geheiztes Aussenbecken.
Toll ist auch, dass ein Ski-Verleih direkt auf dem Gelände ist, der preislich deutlich attraktiver war als der Verleih in Sexten. Dort liehen wir uns für die ganze Familie die Ski-Ausrüstung zusammen, für im Endeffekt unter 9 Euro pro Person und Tag, komplett für alles inkl. Helme. Kann man nix zu sagen.
Die Gasversorgung ist schon fast dekadent, man sagt einfach an der Rezeption Bescheid, stellt die leere Flasche auf die Parzelle, und wenn man abends von der Piste kommt, steht da eine Volle. Zum einmaligen Sonderpreis von nur noch 35 Euro… aber dafür deutsche Flaschen, wahlweise Alugas oder Stahl. Man kann auch eine italienische 30-Kg-Flasche nehmen, muss dafür aber erst einen Adapter kaufen, und die kostet dann 80 Euro und ist damit pro Kg sogar noch ein paar Cent teurer als die deutsche Tauschflasche. Ausserdem hat man dann die Flasche draussen neben dem Mobil stehen, die passt nämlich in keinen Kasten. Also Alugas durchgetauscht und fertig. Da wir nur 3 Flaschen verbraucht haben, hielten sich die Kosten in Grenzen.
An Heiligabend fuhren wir mit dem Bus (ein Südtirol-weites Bus-/Zugticket ist im Campingpreis mit drin) runter nach Sexten und buchten für die nächsten 5 Tage Skikurse für die Kinder. Für uns gab es zeitgleich leider nix, weil alle Skilehrer mit den Kinderkursen belegt waren. Na ja, nächstes Jahr dann vorher buchen.
So verging die erste Ferienwoche in angenehmer Routine; erst morgens mit dem ersten Bus runter zum Bergheim-Lift (Idiotenhügel), wo die Kinder den Kurs hatten und wir unsere 30 Jahre alten Skikenntnisse reaktivierten. Mittags um 13:30 zurück zum CP, dort gingen die Kinder dann mit den Kindern der Bekannten aus Bensersiel in den Kids Club, wo gespielt oder mal ein Kinderfilm geschaut wurde, so dass wir in Ruhe klar Schiff machen konnten und das Abendessen vorbereiten. Abends nach dem Essen gab es dann noch ein Gesellschaftsspiel oder halt nen Film, wenn im Kids Club nix lief, und dann fielen die Kinder und eine Stunde später auch wir halbtot ins Bett. Jaja, die Bergluft.
Temperaturtechnisch gab es alles zwischen -5 und -14 Grad Celsius – nur nix darüber, weswegen sich unter unserem Heizungs-Auspuff ein lustiger Stalagmit bildete:
Der durch die billigste Variante der Eis-Verhinderung am Mobil gespeist wurde:
Haben da alle so gemacht, es ist absolut unnötig, Geld für irgendwelche Wasserableit-Gimmicks auszugeben.
Weil es den Kindern großen Spass machte, verlängerten wir deren Skikurse noch einmal um 3 Tage. Die Fortschritte waren beachtlich, der Grosse fuhr mit seinem Kurs schon rote Pisten, und die beiden Kleineren flitzten auch schon ganz gut rum.
Die letzten beiden Tage nutzten wir für mittägliche Hüttenbesuche :-) schön deftiges Essen zu annehmbaren Preisen, und ne nette Wanderung obendrein… sehr erholsam.
Am Donnerstag vor der Rückfahrt rollte dann die Schneewalze über Österreich, unsere Bekannten fuhren an diesem Tag und hatten lustige Stunden hinter dem Fernpass…. Wir fuhren erst Freitags und konnten ohne Probleme (na ja, bisschen Stau auf’m Pass) durchfahren bis kurz vor Wiesbaden, wo wir auf dem Park-/Stellplatz eines Weingutes übernachteten. War leider geschlossen, weil der Besitzer Skifahren war :-) also nix mit Weinprobe.
Die Fahrt war übrigens wieder sehr kalt, und trotz des Streusalznebels auf der Bahn bildete sich an der laufenden Heizung wieder Eis, sogar während der Fahrt. Hab ich auch noch nicht erlebt.
Am nächsten Morgen sagte dann beim Losfahren der Anlasser gar nix; alle Lampen an, kein Geräusch. Aua. ADAC gerufen, der maß die Batteriespannung (OK) und haute dann einmal mit dem Schraubenzieher auf den Anlasser und siehe da, es ging wieder. Na toll. Für nächstes Mal weiss ich Bescheid.
Als weitere nette Überraschung an diesem Tag kamen wir dann am frühen Nachmittag zuhause an und siehe da, wir hatten im Haus eine Temperatur von lauschigen 8 Grad Celsius… die Heizung stand friedlich da mit einer Fehlermeldung.
Erstmal wieder in Betrieb genommen, Kaminofen an, 10 Minuten später wieder der Fehler. OK, Schwellwert für den HD-Sensor (Wärmepumpe) hochgedreht, und sie heizte wieder hoch. Da das ganze per Fußbodenheizung funktioniert, natürlich ziemlich langsam… der Kaminofen, der inzwischen auf Brikettfeuerung lief, hatte die Bude abends bis auf ca. 14°C aufgeheizt. Da schliefen wir dann doch lieber im Womo, das noch vor der Tür stand und muckelig warm war.
Am nächsten morgen war, wen wunderts, die Heizung wieder aus. Weiteres Hochdrehen des Sensors brachte nix mehr. Ein Telefonat mit der Vaillant-Hotline brachte die Einschätzung eines defekten Sensors, was der 2 Stunden später eintreffende Servicetechniker per Austausch schnell erledigte. Siehe da, die angezeigten Werte waren wieder in Ordnung und die Heizung lief wie eh und je, so dass wir abends wieder im Haus schlafen konnten.
Bis denn,
Uwe



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