Wir fuhren also Freitag Nachmittag los und kamen bis hinter Würzburg. Dort suchten wir uns einen Übernachtungsplatz bei einer Winzergenossenschaft. Kein Strom, kein Klo, gute Aussicht – so mögen wir das :-) Und nicht nur wir, 2 andere auch noch, aber die kamen später.
Am nächsten Tag gings weiter, und wir kamen ohne Stau in Aich an. Das halbe Industriegebiet war schon mit Bimobilen zugeparkt, wir fanden erstmal ein Plätzchen hinter der Werkshalle und stürzten uns ins Getümmel.
Nach einigen Fahrzeugbesichtigungen und einem Abstecher in die Tischlerei, wo die Möbel eingebaut werden, gönnten wir uns und den Kindern erstmal eine Wurstsemmel (Nürnberger im Brötchen). Die Kinder zogen gefühlte –zig Lose für die Tombola. Ich nur eins… und gewann einen Camos-HD-Monitor in 17“, für SAT-Receiver oder Rückfahrkamera oder was auch immer… war erstmal Baff, die Fahrt hatte sich ja schon gelohnt.
Danach wurde es etwas leerer, und wir beschlossen, auf die Übernachtungswiese umzuziehen. Hmmm, da hinten könnte man rückwärts schön rein. Rauf auf die Wiese, einschlagen zum Rückwärts einparken… kein Vortrieb mehr. Sperre rein, hoffnungslos, hinten dreht es nur noch durch.
Ein zweiter Blick auf die Wiese offenbarte puren, nassen Lehm mit einer leichten Rasentarnschicht. Ich war der einzige ohne Allrad dort :-)
Nach einigen fruchtlosen Rausschaukel- und Bretter-Unterschieb-Versuchen holte ich mein 10-Tonnen-Abschleppseil aus dem Staufach und es war auch sofort jemand bereit, das andere Ende anzuwenden. Beide Schlaufen über die Anhängerkupplungen und sofort ging es rückwärts wieder von der Wiese. Wir wählten dann den nicht ganz so schönen Stellplatz direkt neben einer Halle inklusive gelagerten Altteilen diverser Art, aber immerhin auf Schotter :-)
Wiese und Reifen sahen hinterher etwas mitgenommen aus:
Und so sah die ganze Bimobil-Sammlung hinterher aus:
Nach all der Aufregung machten wir noch eine Runde durch die ausgestellten Mobile, und meine Frau merkte an, dass die Klappbretter zur Küchenverlängerung in einigen Modellen ja SEHR praktisch seien. Solche Winke mit dem Zaunpfahl versteht man nach fast 18 Jahren Ehe, und so ging ich auf einen Bimobil-Menschen zu und fragte, ob sie zufällig so ein Brett samt Scharnieren da hätten. Und oh Wunder, wir konnten sogar zwischen 3 Größen auswählen (es wurde natürlich das größte) und das Ganze zu einem nicht ganz so niedrigen Preis erstehen. Ich habs dann sofort eingebaut, und es ist wirklich sehr praktisch:
Insbesondere nicht nur zum Kochen, sondern vor allem als Zusatztisch, wenn man an der Dinette sitzt. Da kann es zu fünft schon mal eng werden und mehr Ablagefläche schadet da absolut nicht.
Abends um 19:00 hielt dann Janette Emerich (eine Reiseleiterin für begleitete Womo-Touren) einen Vortrag über Ihre Tour in Island, es ging einmal komplett die Ringstraße entlang, mit einigen Abstechern. Sehr eindrucksvolle Bilder.
Der Abend klang dann auf der Wiese mit einer Feuerschale und einigem Bier und Wein aus, als die Kinder im Bett waren.
Am nächsten Tag polkte ich erstmal den Lehm zwischen den Zwillingsreifen raus. Widerliches Zeug, ich hab ca. 10 Kg davon mit nem langen Schraubenzieher mühsam rausgekratzt. Mentale Notiz: ein kleines Brecheisen muss her, insbesondere, wenn auch noch mal ein Stein dabei ist.
Danach schauten wir uns die Halle an, in der die eigentlichen Kabinen gebaut werden. Eindrucksvoll ist hier insbesondere die Vakuumpresse, mit der die Sandwichwände verklebt werden:
Für die Bodenplatte wird hier erst ein Alu-Vierkantrohrrahmen verschweisst, und in die Zwischenräume kommt Styrodur-Isolierschaum mit 6 cm Dicke. Das Ganze wird auf eine passende 10-mm-Sperrholzplatte gelegt (das ist später der Innenfussboden) und von oben kommt dann eine dünne GFK-Platte drauf (das ist später der Unterboden des Womos). Dazwischen kommt Kleber, und dann wird die Presse geschlossen und Vakuum angelegt. Der Atmosphärendruck presst dann die Platten zusammen und den überschüssigen Kleber hinaus, und nach einiger Zeit ist die ganze Sache gehärtet und irre stabil.
Für Wand- und Dachplatten ist kein Rohrrahmen nötig, es werden einfach eine 4-mm-Holzplatte (Innenwand), 40 mm Styodurschaum und ein Alublech (Aussenwand) verpresst. Dort, wo Möbel montiert werden, liegt zwischen Schaum und Holzwand noch ein stabilieres, dickeres Alublech, in dem die Schrauben besseren Halt finden.
Das Ganze wird dann mit den patentierten Eckverbindern von Bimobil verklebt und verschraubt. Das Resultat ist so stabil, dass die Kabine ohne Probleme frei ohne Unterbau stehen kann. Die Möbel kommen hinterher hinein und sind als tragende Teile nicht notwendig. Bimobil gibt 10 Jahre Dichtigkeitsgarantie, ohne dass man zwischendurch eine Untersuchung machen muss.
Nach dieser Besichtigung und dem Mittagessen war dann wegen der guten Spüllaune meiner Frau der Abwassertank voll. Bei Bimobil gibt’s leider keine Entsorgungsmöglichkeit (man ist ja autark :-) ), und so gurkten wir nach Erding zum Stellplatz an der Therme. Leider gibt’s dort keine Entsorgung, ohne eine Tageskarte zur Zufahrt zu ziehen, und 12 Euro plus Entsorgungskosten fand ich dann doch ein bisschen steil. Also weiter nach Taufkirchen zu einem Umsonst-Stellplatz mit V/E.
Dort war die Säule dann durch PKWs zugeparkt, aber man hat ja nen langen Schlauch :-) und so konnten wir dort unser Geschäft erledigen.
Zurück auf der Bimobil-Wiese gabs dann Abendessen und auf gings zum nächsten Vortrag, diesmal über die Panamericana. Mannomann, da müsste man auch mal lang fahren… aber bei dem Zeitaufwand (ein halbes Jahr muss man schon rechnen, ohne Nordamerika) wird das wohl erst zur Rente was.
Wieder war ein Tag vorbei, und am nächsten Tag gab es noch ein Highlight: Kiesgrubenfahren. Wird von Bimobil regelmäßig veranstaltet, man kann dann dort entweder mit dem eigenen Allradfahrzeug fahren oder auch von Bimobil eins leihen, zum Ausprobieren.
Ich war dann mal so frei, mir ein kleines Offroad-Womo zur Probefahrt zu reservieren und eine Gopro dranzuschrauben:
… und das war auch ein ziemlicher Kracher, ich werd in einem späteren Beitrag noch ein paar Fotos und vielleicht ein Video posten. Aber auch allein vom Zuschauen ergab sich schon eine Rangfolge der Geländegängigkeit.
Ganz vorn liegen die Großen wie Unimog und DB Atego 4x4, dicht gefolgt vom Fuso Canter und Iveco Daily 4x4. Die diversen Pickups mit Allradantrieb und Sperren kamen noch so leidlich gut durch, je nach Verschränkungsfähigkeit des Fahrwerks. Fahrzeuge ohne mechanische Differentialsperren wie der Sprinter Allrad sind leider weit abgeschlagen, meist sah man diese Fahrzeuge auf der Verschränkungsstrecke (gebildet aus Kies/Sand-Haufen) hilflos mit Rädern in der Luft scharren, ohne jeden Vortrieb. Das Problem bei den Fahrzeugen ist, dass sie keinerlei mechanische Differentialsperren mehr haben, alles soll über die Software und abgebremste Räder (bei durchdrehen) funktionieren. Geht noch so halbwegs, wenn ein Rad die Haftung verliert; aber wenn das zweite abhebt oder wenig Grip hat, ist sofort Ende mit dem Vortrieb. Die Fahrzeuge mit echten Sperren fahren dann relativ unbeeindruckt weiter. Da bleibt z. B. für den Sprinter nur der Weg zu Achleitner, die ihm dann gegen nicht wenig Bares einen Antriebsstrang mit Front-, Mittel- und Hecksperre verpassen, dann kann der Sprinter wieder was im Gelände. Aber in Serie… sagen wir mal so, er kommt weiter als ein reiner Hecktriebler, aber nicht viel. Ist ganz gut für glatte Straßen oder eine nicht allzu feuchte Wiese, aber fürs Gelände… neee.
Also, merken: wenn es wirklich durch die Wüste oder ähnliches gehen soll, müssen mechanische Differentialsperren her. Erst das macht wirkliche Geländefähigkeit aus, Allrad allein hilft da nur begrenzt.
Insofern ist für uns klar, wenn die Kinder aus dem Haus sind, muss was auf Iveco Daily 4x4 her, da bekommt man am meisten Geländegängigkeit fürs Geld, zumindest als Basis für ein halbwegs akzeptabel großes Womo. Der LBX 358 von Bimobil wäre da genau unsere Kragenweite, mal sehen, ob es zum fraglichen Zeitpunkt was Passendes gebraucht gibt, für ein Neues müssten wir erst unser Haus verklingeln :-)
Nach der Kiesgrubenfahrt ging es dann zurück in Richtung Dortmund, bei zunehmend schlechterem Wetter. Gut, dass es übers Wochende gehalten hat.
Ach ja, die neu installierte Solarzelle hat auch prima funktioniert, Mittags um 11:00 war die Batterie trotz über Nacht laufender Heizung wieder voll… so soll das sein.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025